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Microsoft kauft Minecraft für viel Kohle!

Oh sorry, der Titel ist nicht ganz korrekt! Es soll natürlich heißen „Microsoft kauft Mojang„… so jedenfalls lautet die offizielle Version dieser spektakulären Schlagzeile.

2,5 Milliarden Dollar (etwa 2 Milliarden Euro) legt der Computerriese Microsoft dem guten Notch auf den Spieltisch. Dafür gibt es dann den ganzen Saftladen Mojang am Stück, und sämtliche Rechte an Minecraft praktisch gratis dazu :D

Nein, ernsthaft. Natürlich ist Microsoft nicht an dem chaotischen Haufen im fernen Stockholm interessiert. Und auch nicht an deren sonstigen Spielen, die ja nicht gerade die Oberbrüller sind. Es geht einzig und allein um Minecraft. Und wisst ihr was? Ich finde das richtig gut.

Aus meiner Sicht hat Notch sich auf den richtigen Deal zur richtigen Zeit eingelassen. Mojang hat sich überlebt. Und der Hype um Minecraft ist längst vorbei. Wer das nicht glaubt, hat den echten Hype nie miterlebt. Ich traue es Mojang schon längst nicht mehr zu, das Spiel solide in die Zukunft zu bringen. Updates brauchen Ewigkeiten, die Mod API bleibt auch weiterhin ein Phantom, Bukkit ist am Ende, das Spiel selbst ist in die Jahre gekommen, irgendein Plan für die Zukunft scheint nicht zu existieren. Alles läuft einfach so weiter, wie man es kennt. Irgendeine grandiose Idee für ein neues geniales Spiel am Start? Nö, warum auch? Man hat ja schon Minecraft…

Man muss Microsoft nicht mögen, aber die werden die Entwicklung von Minecraft jetzt energisch vorantreiben. Also nicht nur 2 oder 3 Leutchen daransetzen, von denen sich die Hälfte am Kicker die Arbeitszeit vertreibt. Microsoft will jetzt das Geld zurück verdienen. Dazu braucht es neue Produkte. Neue Minecraft-Versionen, vielleicht sogar ein ganz neues Minecraft? Wir werden es schon bald erfahren.

Jetzt sollte man sich allmählich von den bisherigen Entwicklern verabschieden. Während sich Notch und die beiden Mitgründer Jakob Porser und Carl Manneh völlig zurückziehen, bleiben alle anderen Jobs zunächst noch erhalten.  Aber für mich ist es nur eine Frage der Zeit, wann der fluffige Jeb_ und seine Freunde mit dem neuen Arbeitsklima nicht mehr zurechtkommen. Microsoft ist ein Weltkonzern, Chef im Ring, ausgestattet mit Hundertschaften von Buchhaltern und Anwälten.  Die werden Mojang abwickeln, von der Steuer abschreiben, und tschüss. Reine Spekulation meinerseits, aber man kann es sich denken…

Somit ist dies heute sicher der spektakulärste Tag in der Geschichte Minecrafts seit der Erfindung des Nethers. Mindestens! Die „Indie-Game“-Epoche ist nun endgültig vorbei, Minecraft ein „richtiges“ Spiel. Das muss nicht schlecht sein. Microsoft würde nicht so viel Geld fließen lassen, wenn man dort nicht ein paar klare Visionen hätte. Und die Spieler von heute sind die Kunden von morgen. Mit dem MS-Bashing sollte man sich also lieber noch zurückhalten.

Das gleiche gilt für Notch. Er hat alles richtig gemacht. Und es hat nichts mit „verkaufter Ehre“ zu tun, wenn er Minecraft (jaja, Mojang) verkauft. Es geht nicht um 250.000, auch nicht um 2.500.000 oder gar um 250.000.000 – es geht um satte 2.500.000.000 US-Dollar. Das ist eine Summe, bei der man nicht nein sagt. Es ist nicht unehrenhaft, das Geld anzunehmen, es wäre geradezu unsittlich, es auszuschlagen!

Ich habe Notch auf twitter schon beglückwünscht und mich nochmal bei ihm für das schöne Spiel bedankt. Notch hat nun all seine Blöckchen im Trockenen (altes Buddler-Sprichwort). Und ich gönne es ihm.

Links:

Yes, we’re being bought by Microsoft“ – Statement auf der Mojang Webseite. Offizielle Video-Botschaft von Microsoft.